Überblick

"Chemie gibt Brot, Wohlstand und Schönheit." So lautete das Motto der Chemiekonferenz von 1958, die vom ZK der SED und der Staatlichen Plankommission der DDR ausgerichtet wurde. Hier wurden die Weichen für die umfangreiche Ausweitung der chemischen Industrie in der DDR gelegt und der Siegeszug der "Plaste" ab den 60er Jahren vorbereitet. Teils ist diese Entwicklung zum Markenzeichen einer "sozialistischen Konsumgesellschaft" erklärt worden, teils hat sie Spott (Werbeslogan "Plaste und Elaste aus Schkopau") und Kritik (Umweltverschmutzung) auf sich gezogen. "Plaste" haben als Massenkonsumgüter, aber auch als innovative Designobjekte die Alltagswelt der DDR geprägt.

Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR verfügt über eine umfangreiche Sammlung dieser Objekte aus Kunststoff, über die wir hier mit einer Objektdatenbank informieren wollen. Die Auswahl umfasst mehrere Bereiche, vor allem die breite Vielfalt an Haushaltsartikeln sowie Geschirr und Besteck. Haushaltsgeräte mit ihren Gehäusen aus Kunststoff und Möbel sowie Radios runden den Bereich "rund ums Heim" ab. Einen ersten Einblick in die Fülle wenig beachteter Dinge aus Kunststoff bietet der Sammlungsbereich Installation. Auch im Büro finden sich zahlreiche Alltagsgegenstände aus Plaste. Fotoapparate dagegen gehören zu den gehobenen Konsumgütern, bei denen die Verwendung dieses Werkstoffs eher ungewohnt war. Über die Objekte der materiellen Kultur hinaus finden sich in der Datenbank Werbeanzeigen und Fotografien von Schaufenstergestaltungen für Alltagsprodukte der Chemie sowie Präsentationen auf der Leipziger Messe aus den Jahren um 1960. Schließlich zeigen Herstellersignets die große Vielfalt der in der DDR bestehenden Produzenten von "Plaste und Elaste", die heute weitgehend unbekannt sind.

 

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