1989 - Ein Jahr des Umbruchs und der Hoffnung |
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19.3.-16.5.10
Die Zeit von 1989 bis 1990 umfasst wie im Zeitraffer öffentliche Ereignisse und individuelle Erlebnisse und Perspektiven, die Gegenstand einer Ausstellung im Eisenhüttenstädter "Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR" sind. Im Rückblick ist die Erinnerung an diese Zeit auf wenige Ereignisse fokussiert, besonders die Leipziger Montagsdemonstrationen im Oktober 1989 oder die Öffnung der Berlin Mauer am 9. November 1989. Aber diese Fokussierung spiegelt nicht annähernd die Komplexität der damaligen Situation. Für heutige Betrachter, vor allem junge Menschen, muss das Bild der friedlichen Revolution und der Demokratiebewegung in der DDR deshalb fremd wirken und ein Verständnis scheint am besten über einen Zugang über individuelle Zeugnisse möglich. Die Geschichten berichten von Flugblättern gegen den Mauerbau, der inneren Auflösung in einem DDR-Betrieb, der Ankunft der ersten Westler in einer Gaststätte, dem Befremden an der geöffneten Grenze, der ersten in West-Berlin gekauften Punk-Platte, den Veränderungen in einem Seniorenheim und dem politischen Aufbruch einer Familie. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg und dem Stadtgeschichtlichen Museum Spandau sowie mit Unterstützung des Archiv für Kunst und Geschichte (akg-images), des Deutschen Rundfunkarchivs Potsdam-Babelsberg, der Robert-Havemann-Gesellschaft und mit Förderung von Kulturland Brandenburg 2009 "Freiheit, Gleichheit, Brandenburg" und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.
Zur Ausstellung ist die Publikation mit den besten Geschichten des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg erhältlich: |
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Historische Wohnung |
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Standort des Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ist Eisenhüttenstadt, eine „Neue Stadt“, erbaut als Wohnstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost. Die Stadt wurde in ihrer ursprünglichen Form in den Jahren 1951 bis 1963 errichtet und steht heute in wesentlichen Teilen unter Denkmalschutz Der Bau von Eisenhüttenstadt (bis 1953: EKO-Wohnstadt, 1953 bis 1961 Stalinstadt) war ein Referenzprojekt, mit dem die DDR ihre städtebaulichen Vorstellungen (16 Grundsätze des Städtebaus, 1950) idealtypisch umsetzte. Vergleichbare Neue Städte im ehemaligen sowjetischen Einflussbereich sind Nowa Huta (Polen), Dunaujváros (Ungarn) und Dimitroffgrad (Bulgarien), alles sogenannte „Städte am Werk“, konzipiert in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Später entstanden in der DDR als weitere Neue Städte Hoyerswerda, Schwedt und Halle-Neustadt. Wolfsburg, die vergleichbare Neue Stadt in der Bundesrepublik, war bereits zur Zeit des Nationalsozialismus als Wohnstadt für das Volkswagenwerk geplant worden und nahm seit den 50er Jahren eine völlig andere Gestalt an. In Eisenhüttenstadt sollte die Vorstellung einer, auf das strukturbestimmende Eisenhüttenkombinat bezogenen kompakten, durchgrünten und mit allen wesentliche Versorgungseinrichtungen ausgestatteten „vollständigen Stadt“ verwirklicht werden. Der Ausstattungsgrad der Wohnungen war außerordentlich hoch, vor allem im Vergleich mit den Wohnbedingungen auf dem Lande und in vielen städtischen Altbaugebieten. Während der 50er Jahre war Eisenhüttenstadt riesige Baustelle. Barackenlager für die bis zu 10.000 Bauarbeiter standen hier den modernen Wohnungen gegenüber. Eine solche Wohnung aus dem Jahre 1957 wurde, orientiert am historischen Zustand bei ihrer Errichtung, rekonstruiert und eingerichtet. Hier sind die Wohnsituation, die zeitgenössische Ausstattung und Einrichtung anschaulich gemacht und Besucher können erste Informationen zur Stadtgeschichte einholen. Historische Wohnung (gegenüber Rathaus und Post)
geöffnet: Sa, So 11-17 Uhr
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"Leben in der DDR"
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Das Dokumentationszentrum zeigt als auf Dauer angelegtes Angebot die Ausstellung "Leben in der DDR". Sie gibt einen Überblick über Geschichte und Alltagskultur. In zehn Kapiteln werden unterschiedliche Aspekte der DDR-Gesellschaft dargestellt und politische, wirtschaftliche und soziale Fragen angesprochen. Politik als Rahmenbedingung der DDR- Gesellschaft wird auf den Grundlagen der Politisierung des alltäglichen Lebens durch Massenorganisationen, des Kalten Krieges und der staatlichen Symbolik zum Thema gemacht. Eng verbunden damit ist die besondere Aufmerksamkeit der DDR für Erziehung und Bildung, die die Bevölkerung konsequent von der Krippe bis zum Erwachsenenalter beruflich wie sozial auf die Anforderungen des Staates und der Gesellschaft vorbereiten sollte. Ein eigener Raum weist eigens auf die ehemalige Nutzung des Museumsgebäudes als Kinderkrippe hin. In der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz spielte der Vergleich der Lebensverhältnisse eine besondere Rolle. Hierauf wird am Beispiel der Sozialpolitik verwiesen, die staatlicherseits durch Preissubventionen, Wohnungsbau und Frauen- bzw. Familienförderung, aber auch durch eine unterschiedliche Organisation der Sozialversicherung charakterisiert war. Die Besonderheiten der Wirtschaftsentwicklung in der DDR werden am Beispiel der vier großen Kombinate des Oderraums - Schwedt, Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben - gezeigt. Typischen Produktgruppen der DDR-Industrie - Chemie, Mikroelektronik und "Konsumgüterproduktion" ist ein eigener Raum gewidmet. Die konkreten Lebensverhältnisse werden unter anderem durch Einkommen und den Möglichkeiten des Konsums beurteilt. Ost- und Westgeld, Preissubventionen, Warenknappheit, "Bückware", aber auch Anreize zu vermehrter Arbeit durch Auszeichnungen sind Themen dieses Bereichs alltäglichen Lebens. Ein "Dorfkonsum" zeigt die Vielfalt der täglichen Warenwelt. Die DDR durchlief in den vierzig Jahren ihres Bestehens eine Entwicklung, die den Vergleich der Generation, mit anderen Ländern und Gesellschaften provoziert. In der Ausstellung werden prägende Ereignisse, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973 in Berlin, Fotografien der "Aufbaugeneration" und der Jugend in den 80er Jahren, sowie eine "Chronologie des Alltags" durch vierzig Jahres-Objekte gezeigt. Filme und Tondokumente ergänzen die Objekte aus 40 Jahren ostdeutscher Geschichte.
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