Ausstellungsarchiv |
"Leben in der DDR"
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Das Dokumentationszentrum zeigt als auf Dauer angelegtes Angebot die Ausstellung "Leben in der DDR". Sie gibt einen Überblick über Geschichte und Alltagskultur. In zehn Kapiteln werden unterschiedliche Aspekte der DDR-Gesellschaft dargestellt und politische, wirtschaftliche und soziale Fragen angesprochen. Politik als Rahmenbedingung der DDR- Gesellschaft wird auf den Grundlagen der Politisierung des alltäglichen Lebens durch Massenorganisationen, des Kalten Krieges und der staatlichen Symbolik zum Thema gemacht. Eng verbunden damit ist die besondere Aufmerksamkeit der DDR für Erziehung und Bildung, die die Bevölkerung konsequent von der Krippe bis zum Erwachsenenalter beruflich wie sozial auf die Anforderungen des Staates und der Gesellschaft vorbereiten sollte. Ein eigener Raum weist eigens auf die ehemalige Nutzung des Museumsgebäudes als Kinderkrippe hin. In der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz spielte der Vergleich der Lebensverhältnisse eine besondere Rolle. Hierauf wird am Beispiel der Sozialpolitik verwiesen, die staatlicherseits durch Preissubventionen, Wohnungsbau und Frauen- bzw. Familienförderung, aber auch durch eine unterschiedliche Organisation der Sozialversicherung charakterisiert war. Die Besonderheiten der Wirtschaftsentwicklung in der DDR werden am Beispiel der vier großen Kombinate des Oderraums - Schwedt, Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben - gezeigt. Typischen Produktgruppen der DDR-Industrie - Chemie, Mikroelektronik und "Konsumgüterproduktion" ist ein eigener Raum gewidmet. Die konkreten Lebensverhältnisse werden unter anderem durch Einkommen und den Möglichkeiten des Konsums beurteilt. Ost- und Westgeld, Preissubventionen, Warenknappheit, "Bückware", aber auch Anreize zu vermehrter Arbeit durch Auszeichnungen sind Themen dieses Bereichs alltäglichen Lebens. Ein "Dorfkonsum" zeigt die Vielfalt der täglichen Warenwelt. Die DDR durchlief in den vierzig Jahren ihres Bestehens eine Entwicklung, die den Vergleich der Generation, mit anderen Ländern und Gesellschaften provoziert. In der Ausstellung werden prägende Ereignisse, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973 in Berlin, Fotografien der "Aufbaugeneration" und der Jugend in den 80er Jahren, sowie eine "Chronologie des Alltags" durch vierzig Jahres-Objekte gezeigt. Filme und Tondokumente ergänzen die Objekte aus 40 Jahren ostdeutscher Geschichte.
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1989 - Ein Jahr des Umbruchs und der Hoffnung |
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19.3.-16.5.10
Die Zeit von 1989 bis 1990 umfasst wie im Zeitraffer öffentliche Ereignisse und individuelle Erlebnisse und Perspektiven, die Gegenstand einer Ausstellung im Eisenhüttenstädter "Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR" sind. Im Rückblick ist die Erinnerung an diese Zeit auf wenige Ereignisse fokussiert, besonders die Leipziger Montagsdemonstrationen im Oktober 1989 oder die Öffnung der Berlin Mauer am 9. November 1989. Aber diese Fokussierung spiegelt nicht annähernd die Komplexität der damaligen Situation. Für heutige Betrachter, vor allem junge Menschen, muss das Bild der friedlichen Revolution und der Demokratiebewegung in der DDR deshalb fremd wirken und ein Verständnis scheint am besten über einen Zugang über individuelle Zeugnisse möglich. Die Geschichten berichten von Flugblättern gegen den Mauerbau, der inneren Auflösung in einem DDR-Betrieb, der Ankunft der ersten Westler in einer Gaststätte, dem Befremden an der geöffneten Grenze, der ersten in West-Berlin gekauften Punk-Platte, den Veränderungen in einem Seniorenheim und dem politischen Aufbruch einer Familie. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg und dem Stadtgeschichtlichen Museum Spandau sowie mit Unterstützung des Archiv für Kunst und Geschichte (akg-images), des Deutschen Rundfunkarchivs Potsdam-Babelsberg, der Robert-Havemann-Gesellschaft und mit Förderung von Kulturland Brandenburg 2009 "Freiheit, Gleichheit, Brandenburg" und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.
Zur Ausstellung ist die Publikation mit den besten Geschichten des Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg erhältlich: |
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sich ausruhen
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Ausstellung 15. März bis 13. September 2009 Freie Zeit das ist die Voraussetzung für Freizeit und Urlaub! Wie in allen anderen Industriegesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg auch, nahm auch in der DDR die arbeitsfreie Zeit in den vierzig Jahren ihres Bestehens zu: tägliche Freizeit nach Feierabend, das freie Wochenende und schließlich Urlaub sind die Themen, denen die Sonderausstellung „sich ausruhen. Freizeit und Urlaub in der DDR“ nachgeht. Ausgangspunkt ist die Frage nach der Entstehung von freier Zeit und das Verhältnis von freizeithemmenden und freizeitfördernden Faktoren. Einerseits nahm freie Zeit zu, durch Arbeitszeitverkürzungen, die 5-Tage-Woche und technische Innovationen im Haushalt. Andererseits wurden diese Zuwächse durch „Zeitfresser“ außerhalb der Arbeitszeit wieder verbraucht, durch Arbeitswege, Schlange stehen, Hausarbeit, „gesellschaftliche Tätigkeit“. Die freie Zeit, die am Ende tatsächlich zur Verfügung stand, wurde in der DDR überaus vielfältig genutzt. Es wurde gebastelt, gelesen und gesammelt. Man trieb Sport, besuchte kulturelle Veranstaltungen und die verschiedensten „Zirkel“, fuhr in Urlaub oder tat schlichtweg gar nichts. Der Feierabend gehörte der Familie, den Hobbys oder dem Fernseher, wenn nicht die zahlreichen Angebote der Massenorganisationen wahrgenommen wurden, die organisiert und kollektiv »sinnvolle Freizeitgestaltung« versprachen. Das freie Wochenende, seit Mitte der 60er Jahre auf zwei Tage ausgeweitet, war Ausflügen, Hobbys, Basteln am Auto oder dem eigenen Garten gewidmet. Auch stand ein ausgebautes Netz an Naherholungsgebieten zur Verfügung. Der Urlaub sollte ein selbstverständlicher, sozialpolitisch begründeter Teil der „sozialistischen“ Gesellschaft werden, so jedenfalls die Vorstellungen der frühen 50er Jahre. Ab den 60er Jahren aber entwickelte sich in den „schönsten Wochen des Jahres“ in der DDR nahezu zeitgleich wie in den westlichen Ländern ein Massentourismus, weil erzieherische Konzepte von Urlaub nicht gegriffen hatten. Die DDR-Bürger reisten organisiert mit dem Feriendienst des FDGB oder sie verbrachten ihre Urlaubstage in „Ferienobjekten“ der Betriebe. „Reisebüro der DDR“ und FDJ-eigener „Jugendtourist“ boten Reisen ins sozialistische Ausland an und die Kinder verbrachten die Sommerferien im Ferienlager. Alternativen waren entspannte Tage in der Gartenlaube oder auch „Urlaub auf Balkonien“, zunehmend beliebter wurde der privat organisierte Campingurlaub. Die Organisation von Ferienlagern für Kinder und die Verantwortlichkeit der Gewerkschaften für den Erholungsurlaub der „Werktätigen“ bereits ab 1946 und 1947 zeigen die sozial- und gesellschaftspolitische Intention, die der Verantwortlichkeit „des Staates“ in der Sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 der DDR zugrunde lag. Die Vorstellungen von Freizeit und Urlaub erhielten damit eine DDR-spezifische Ausprägung, die auf eine soziale Versorgung als Teil der sozialistischen Gesellschaft zielte. Damit war auch ein erzieherisches Moment zu einem vernünftigen, eben „sozialistischen“ Freizeitverhalten verbunden, das jedoch mit der zunehmenden Konsumorientierung immer weniger griff. Der Erholungsurlaub der Werktätigen wurde zum Massentourismus. Gerade bei Freizeit und Urlaub zeigt die DDR damit auch ihr Gesicht als moderne Industriegesellschaft. Ähnlichkeiten zum Westen sind beim Massentourismus und bei bevorzugten Urlaubsformen unübersehbar. Die Unterschiede sind aber gleichfalls deutlich: die Parallelität privater und staatlicherseits angebotener Formen von Freizeit- und Urlaubsgestaltung, die Subventionierung der staatlichen Angebote, die weitgehende Beschränkung der Reiseziele auf die DDR und die übrigen Länder des Ostblocks. Besonders prägend war der Einfluss des Staates auf die Freizeitgestaltung. Sie war Teil des offiziellen sozialpolitischen Programms der DDR und sollte ein Baustein der „sozialistischen Lebensweise“ sein. So reichte die staatliche Einflussnahme von der Organisation der „Gartensparte“ über Angebote organisierter Freizeit in Zirkeln und Arbeitsgemeinschaften bis hin zur Organisation des Urlaubs. Und doch standen private und staatliche Vorstellungen über Freizeit und ihre Gestaltung in einem ständigen Spannungsverhältnis: Nichts Tun als Erholung wurde lange Zeit nicht gern gesehen, organisierte „aktive Erholung“ im Kollektiv dagegen propagiert. Doch die Wünsche und Vorstellungen der Bevölkerung orientierten sich oftmals nicht an diesen Vorgaben. Erst in den 70er Jahren wurde nach langen Prozessen des Aushandelns offiziell akzeptiert, was sich im Leben durchgesetzt hatte: freie Zeit als Zeit der Muße und individuellen Erholung. Die Ausstellung zeigt mit zahlreichen Objekten die unterschiedlichen Aspekte der „freien Zeit“ und ihre geschichtlichen Entwicklung in der DDR. Über die Entstehung von immer mehr „freier Zeit“ spannt sie den Bogen vom Feierabend über das Wochenende bis zum Urlaub und stellt die unterschiedlichen Akteure, Formen und Ziele vor. „sich ausruhen“ der Titel verweist auf den eigentlichen Sinn von Freizeit und Urlaub. I |
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KONSUM Konsumgenossenschaften in der DDR |
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Katalog zur Ausstellung: Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (Hrsg.): Mit dem Befehl 176 der Sowjetischen Militäradministration wurden am 18. Dezember 1945 die Konsumgenossenschaften in der Sowjetischen Besatzungszone wiederhergestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits 33 Konsumgenossenschaften seit Kriegsende wiedergegründet, nachdem die konsumgenossenschaftliche Organisation durch die Nationalsozialisten in den dreißiger Jahren zerschlagen worden war. Die Konsumgenossenschaften wuchsen in der DDR zur drittgrößten „Massenorganisation“ mit 4,6 Millionen Mitgliedern heran und leisteten durchschnittlich etwa ein Drittel des Einzelhandelsumsatzes. Die Konsumgenossenschaften, kurz Konsum genannt, sollten zunächst einen nicht in Privathand befindlichen Handelsapparat aufbauen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs zu sichern. Dazu wurden sie von der Sowjetischen Militäradministration auch bevorzug mit Waren beliefert, und solange die Rationierung von Gütern anhielt, hatte der Konsum in erster Linie eine Verteilungsfunktion. Zugleich erwuchs ihr mit der staatlichen Handelsorganisation (HO) ab 1948 ein Konkurrent, der dann eine zunehmende staatliche Förderung erfuhr. 1952/53 wurden die Schwerpunkte der jeweiligen Handelstätigkeit festgelegt und der Konsum erhielt die vorrangige Aufgabe, die Versorgung ländlicher Gebiete zu organisieren. In der Folge Jahren wurde daher ein flächendeckendes System von Verkaufsstellen und Dorfgaststätten etabliert. Mit Entstehen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) 1953 übernahm der Konsum verstärkt deren Versorgung. 1961 befanden sich knapp 24 000 Verkaufsstellen und beinahe alle der etwa 6000 Konsum-Gaststätten auf dem Lande. Aufgabe des Konsum blieb die „stabile und kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung“, aber zugleich kam es zu einer durchgreifenden Modernisierung des Handelsnetzes. 1956 wurde der erste Selbstbedienungsladen nach westlichem Vorbild eröffnet, Ende 1961 waren es trotz fehlender Verpackungen schon über 10 000. In den 60er Jahren erfolgte eine weitere Rationalisierung durch Sortimentstypen und eine Spezialisierung der Fachgeschäfte in den Städten. Hier wurden dann ab Ende der 60er Jahre auch die ersten Kaufhallen (Supermärkte) errichtet, deren Pendant auf dem Lande die Ländlichen Einkaufszentren (LEZ) waren. 1961 wurde der konsumgenossenschaftliche Versandhandel als Teil eines „komplexen Systems der Landversorgung“ gegründet (das Versandhaus der HO in Leipzig bestand bereits seit 1958). Das Versandhaus in Karl-Marx-Stadt erreichte Hunderttausende von Kunden, immer stärker nicht nur auf dem Land, und versorgte sie mit Kleidung, Möbeln und Konsumgütern. Unter dem Dach des Zentralen Unternehmens „konsument“ wurde das Versandhaus mit den größten Konsum-Warenhäusern und der konsumgenossenschaftlichen Bekleidungs- und Möbelindustrie zusammengefaßt. Als der Versandhandel 1975 aufgrund der unzureichenden Warendecke eingestellt wurde, verstaatlichte man zugleich die mit ihm verbundenen Bekleidungsbetriebe und bei „konsument“ verblieben die Warenhäuser, dessen bekanntestes das am Leipziger Brühl war. Die große Mehrzahl der etwa 1500 Konsum-Betriebe waren Bäckereien und Fleischereien. Sie stellen 1958 ein Viertel der Backwaren und mehr als ein Drittel der Fleischwaren in der DDR her. Daneben bestanden konsumgenossenschaftliche Betriebe vor allem in den Bereichen Lebensmittelindustrie (Teigwaren, Gewürze, Nährmittel, Süßwaren, Getränke) und Haushaltswaren (Seife, Streichhölzer, Bürsten), die teilweise führend in ihren Industriezweigen waren. Das Produktionsprofil verweist auf die traditionellen und nach 1945 wieder aufgenommenen Schwerpunkte des Konsum, die Konzentration auf Grundbedürfnisse. Dieser Versorgungsaspekt bemaß sich in der DDR zunächst nach der Versorgungslage, mit teilweise bis 1958 noch rationierten Gütern, aber auch später noch teilweise knappen Gütern und Rohstoffen. Hinzu kam der geringe Stellenwert der Konsumgüterindustrie und die unklare Stellung des Handels im politischen und Wirtschaftssystem der DDR: sollte er lediglich am Bedarf orientiert versorgen, oder gab es eine „sozialistische Konsumgesellschaft“? Der Konsum war in diesem Sinne ein Spiegelbild der DDR-Entwicklung zwischen Schlangestehen nach Engpaßwaren und Modernisierung der Geschäfte, zwischen „Dorfkonsum“ und Warenhaus. Gab es so etwas wie eine Konsum-Identität? Durch ihre Einlage von 50 Mark war ein Drittel aller DDR-Haushalte Mitglied einer Konsumgenossenschaft und profitierte von den jährlichen vorweihnachtlichen Rückvergütungen. Rund 200 000 Mitglieder arbeiteten ehrenamtlich in den Organen der Konsumgenossenschaften, den Verkaufsstellenausschüssen, Revisionskommissionen, Vorständen, Beiräten und als Delegierte mit. 1946 betrachtete die SED die Konsumgenossenschaften als „Grundschulen für die politische Erziehung der Frauen“. Zugleich wird behauptet, der Konsum habe sich ab Ende der 50er Jahre nicht mehr von der HO unterschieden. Im Einigungsvertrag von 1990 wurden die Konsumgenossenschaften schlicht vergessen, so dass viele Konsumgenossenschaften in eigentumsrechtliche und damit auch in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Flächendeckend ist der KONSUM heute in den neuen Bundesländern nicht mehr präsent. Gleichwohl ist vieles an wirtschaftlicher Tätigkeit erhalten geblieben. Heute gibt es noch 15 Konsumgenossenschaften und weitere genossenschaftliche Unternehmen. Dazu gehören z.B. die Röstfein GmbH Magdeburg (Rondo, Mona) oder auch die Bürstenmann GmbH in Stützengrün. Die Ausstellung des Dokumentationszentrums zeigt die Entwicklung des KONSUM in vierzig Jahren DDR durch zahlreiche Objekte und Fotografien und stellt seine Entwicklung erstmals in einer breiten Übersicht dar. Gezeigt werden die Formen des Handels, vom Dorfkonsum bis hin zum konsumgenossenschaftlichen Versandhaus, und die wichtigsten der zahlreichen Produktionsbetriebe. |
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Die Ausstellung wurde mit Hilfe zahlreicher Leihgeber und Unterstützer realisiert. Besondere Förderung erfuhr das Projekt durch den Konsumverband eG. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, dem Landkreis Oder-Spree und von privater Seite. Dafür unseren herzlichen Dank! |
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"Wohnen im System"Wohnkultur in der DDR |
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Was machte das Besondere des Wohnens in der DDR aus? Eine Antwort wird vielschichtig ausfallen, je nach der Perspektive des Betrachters. In der vierzigjährigen Geschichte der DDR sind mehrere Phasen des Wohnungs- und Städtebaus, der Entwicklung von Wohnvorstellungen, der Möbelproduktion und der Stilentwicklung festzustellen. Ab Mitte der 50er Jahre erfolgte schrittweise der Durchbruch zur Moderne und der Übergang zum industriellen Wohnungsbau, eine Tendenz die Mitte der 60er Jahre einen ersten Höhepunkt fand. Aufgrund des anhalten Wohnungsmangels wurden ab den 70er Jahren vermehrt Wohnungen gebaut und das Wohnungsbauprogramm von 1973 bedeutete den Übergang zur großen Serie mit wenigen Bautypen, vornehmlich in Satellitenstädten. Dieser Übergang zur großen Serie vollzog sich auch in der Möbelproduktion, die einseitig auf die Ausstattung der nun entstehenden Neubauwohnungen ausgerichtet war. Zugleich verfielen die Altstädte zunehmend und für jeden sichtbar, aber dennoch vollzog sich in den 80er Jahren eine Rückkehr zum Wohnen im Altbau, auch wenn die Neubauwohnung weiterhin erstrebenswertes Ziel vieler Familien blieb. Die in den 70er Jahren vorherrschende Politik der Wohnraumversorgung blieb bestehen, aber die Tendenz zur Uniformität wurde in den 80er Jahren intensiver wahrgenommen. Sie drückte sich in einer Stilvielfalt aus und der Suche nach alternativen Wohnformen aus. Aber der bedrückende Verfall der Städte und Häuser war auch einer der Gründe für die friedliche Revolution vom Herbst 1989. Mit der Ausstellung „Wohnkultur in der DDR“ will das Dokumentationszentrum diese Entwicklung nachvollziehen. „Wohnen im System“ Die Wohnkultur in der DDR in den 70er und 80er Jahren verfolgt die Entwicklung der Wohnkultur unter dem Zeichen des industrialisierten Wohnungsbaus. Der Titel bezieht sich auf diese normprägende Ausrichtung auf die Neubauwohnung und das Neubaugebiet ebenso, wie auf die damit verbundenen Vorstellungen von einer „sozialistischen Lebensweise“. Wohnen wurde, wie schon zuvor, nicht als Frage des individuellen Geschmacks und der persönlichen Entscheidung interpretiert, sondern als Teil der Gesellschaft, deren Planung und Gestaltung die SED zu bestimmen suchte. Mit dem Wohnungsbauprogramm von 1973 sollte die „Wohnungsfrage“ zumindest quantitativ bis 1990 gelöst sein; „Jedem eine Wohnung, aber (noch) nicht jedem seine Wohnung“ lautete die Losung. „Wohnen im System“ bezieht sich daher auch auf die Voraussetzungen, unter denen sich in der DDR eine eigene Wohnkultur entwickelte. Die Ausstellung setzt mit den späten sechziger Jahren ein. 1968 wurde das Montagesystem Deutsche Werkstätten (MDW) vorgestellt, das einen entscheidenden Schritt zum universellen, modularen Möbelsystem darstellte. Aus einzelnen Bauteilen konnte der Nutzer Möbel nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen und selbst montieren. „Nicht 100 Typen in einer Variante, sondern ein Typ in hundert Varianten“ lautete die Maxime für das Montagesystem. Durchgesetzt hat sich jedoch ab den 70er Jahren die Schrankwand, der „vor die Wand gestellte Stauraum“, eben jene kritisierten „100 Typen einer Variante“, von denen die Ausstellung ebenfalls einige Beispiele zeigt. Bedingt war diese Entwicklung durch den Möbelhandel, der komplette „Wände“ verkaufen wollte, und die industrialisierte Möbelindustrie, die eben nur diese Typen - und insgesamt in zu geringer Mengen produzierte. Die Schrankwand entsprach den Grundrissen der industriell gefertigten Wohnungen, vor allem der Typen P 2 (ab 1965) und WBS 70 (ab 1973), die möglichst optimal auszunutzen waren und sie schien lange alternativlos. Aber die mit ihr verbundene Monotonie forderte Kritik heraus, die sich bereits in der ersten Hälfte der 70er Jahre in zahlreichen Einrichtungsvorschlägen mit einer Mischung aus Alt und Neu zeigte. Die Zeitschrift „Kultur im Heim“ gab nun nicht mehr den „richtigen“ Weg der Wohnungseinrichtung vor, sondern präsentierte alternative Vorschläge als Anregung zur individuellen Gestaltung der Wohnung. Die Privatheit des Wohnens wurde wieder stärker akzeptiert. Die planerischen Vorannahmen des Wohnungsbaus, 2-Generationen-Familie, Berufstätigkeit der Eltern, Essen in Gemeinschaftseinrichtungen, wurden ab Mitte der 80er Jahre zunehmend kritisch hinterfragt. Damit wurde auch in der Öffentlichkeit nachvollzogen, was sich bereits längst durchgesetzt hatte: eine Vielfalt der Lebensstile und Nutzerinteressen, die sich mit den in der DDR gegebenen Rahmenbedingungen zu arrangieren hatten. Die Ausstellung zeigt die Wohnkultur dieser Jahre, repräsentiert durch Möbel und Accessoires, und ergänzt durch eine Übersicht über Architektur und Städtebau. Über die individuelle Perspektive des Wohnens indes gibt es nur wenige Quellen und die Besucher werden gebeten, hierzu durch Fotografien und Berichte beizutragen. |
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abc des Ostens.
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„Die wachsende Wohnung“ - Wohnkultur in der DDR |
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Was machte das Besondere des Wohnens in der DDR aus? Eine Antwort wird vielschichtig ausfallen, je nach der Perspektive des Betrachters. Ein Blick auf die Möbelproduktion zeigt in den fünfziger und sechziger Jahren Möbel, die von denen im Westen kaum unterscheidbar sind. „Gelsenkirchener Barock“, Nierentisch, skandinavischer Einfluss, Leitermöbel und Schleiflack mögen als erste chronologische Hinweise auf diese Zeit dienen. Wohnen in der DDR war zugleich maßgeblich durch die Verfügbarkeit von Wohnraum bestimmt, den Schwerpunkten des Wohnungsbaus und der für jede Wohnung notwendigen Wohnungszuweisung. Wohn-„Kultur“ dieser Ausstellungstitel verweist auf den normativen Anspruch des Staates, die Erziehung zum guten Geschmack, vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren. Während die Frauenzeitschrift „Sybille“ eine Serie von Einrichtungsvorschlägen noch zurückhaltend mit „Eine Wohnung meine Wohnung“ betitelte, gingen Wohnungsratsgeber weiter: “Wie wohnen“ hieß eine Broschüre des Instituts für angewandte Kunst Ende der fünfziger Jahre, „Richtig wohnen“ ein an Kiosken verkauftes Magazin Ende der sechziger. Wohnen war damit nicht allein Privatsache, sondern bedeutete aus der offiziellen Perspektive zugleich immer auch gesellschaftliches Bewusstsein. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile, deren erster die Zeit der fünfziger und frühen sechziger Jahre umfasst, der zweite die Zeit ab Mitte der Sechziger bis zum Ende der DDR. „Die wachsende Wohnung“ heißt der erste Teil der Ausstellung. Sie bezieht ihren Titel auf ein Programm komplettierungsfähiger Anbaumöbel, das Bruno Paul bereits 1937 entwickelt hatte und das in den ersten Jahren der DDR immer noch produziert wurde. Die Ausstellung zeigt drei Wohnzimmereinrichtungen: das in den frühen fünfziger Jahren dominierende, aus Einzelmöbeln bestehende repräsentative Wohnzimmer, die ab 1956 auch offiziell durchgesetzten komplettierungsfähigen Anbaumöbel mit der Serie 602 der deutschen Werkstätten Hellerau sowie, Anfang der sechziger Jahre, erstmals „hochmoderne“ Möbel, das Leitersystem „Sibylle“. Zu sehen ist die Veränderung der Küche von der Wohn- zur Arbeitsküche in dieser Zeit inklusive ihrer Ausstattung, sowie ein typisches Schlafzimmer. Ergänzend sind Accessoires wie Stoffe, Lampen, Wanduhren, Radios und Raumschmuck zu sehen. Hintergrund für diese Präsentation sind die Jahre des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Städte und Dörfer, erster Neubauprogramme auf Grundlage von Typenserien für Wohnhäuser, die in den Städten ab 1950 zum Tragen kamen, sowie die ab 1955 geplante Industrialisierung des Wohnungsbaus. In dieser Zeit konzentrierte sich der Wohnungsbau auf industrielle Entwicklungszentren, unter anderem die neuen Planstädte Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda. Die Ausstellung gibt Informationen zu diesem städtebaulichen und architektonischen Kontexten. Der später folgende zweite Teil der Wohnkultur wird „Wohnen im System“ heißen und sich mit der seit Mitte der sechziger Jahre durchsetzende Normierung beschäftigen. Mit der flächendeckenden Durchsetzung von Plattenbausystemen wie P 2 und WBS 70 wurde der Wohnungsbau in großen Serien und hohen Quantitäten realisiert. Diese zunehmende Serialität der Wohnung bedingte eine Rationalisierung und Spezialisierung der Möbelproduktion. Wohn- und Schlafzimmermöbel waren in ihren Maßen den Raumgrößen der Wohnungsbauserien angepasst, die Einbauküche wurde Standard im Neubausektor. Auch in diesem zweiten Teil der Ausstellung werden unter anderem Wohnzimmereinrichtungen in ihren zeitlichen Veränderungen gezeigt werden: den Montagesatz MDW, eine typische Schrankwand und alternative Einrichtungsformen, ein Kinderzimmer sowie Informationen über Wohnungsbau, Architektur und Städtebau. |
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Wanderausstellung "Fenster zur Welt"Der Verlag Volk und Welt und die Zensur internationaler Literatur in der DDR |
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In Verbindung mit und in Gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. Der 1947 gegründete Verlag Volk und Welt war der „Leitverlag“ für ausländische Literatur in der DDR. Er publizierte mehr als 3000 Titel, darunter die Werke von 43 Nobelpreisträgern. Für die DDR-Bürger bedeutete er, vor dem Hintergrund mangelnder Reisemöglichkeiten, ein literarisches „Fenster zur Welt“. Die Ausstellung informiert über das Büchermachen in der DDR und die oftmals intensiven Auseinandersetzungen um literarische Werke, deren Erscheinen in der DDR durchgesetzt werden sollte. Die Ausstellung „Fenster zur Welt“ ist an folgenden Orten zu sehen: 5. Dezember 2005 bis 13. Januar 2006 27. Januar bis 5. März 2006 27. April bis 8. Juni 1006 15. Juni bis 15. Juli 2006 |
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Europa im Kopf - Der Verlag Volk und Welt in der DDR
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| Für die meisten DDR-Bürger war Europa vor allem ein (Wunsch-)Bild des Westens, geprägt durch die Medien und durch Erzählungen von Verwandten oder Bekannten. Doch auch die osteuropäischen Länder konnten nicht von jedem und zu jeder Zeit erkundet werden. Komplizierte Einreisebedingungen standen zwischen dem großen »Freundesland«, den Volksdemokratien und den reisewilligen DDR-Bürgern. So gehörte das Ausland nur selten zur unmittelbaren Erfahrung, aber dennoch entstand ein Bild. Geprägt hat es über vierzig Jahre hinweg maßgeblich der Berliner Verlag Volk und Welt, der größte und wichtigste Belletristikverlag der DDR für internationale Literatur.
Diese Verlagsgeschichte steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Europa im Kopf“. Sie fragt nach der kulturellen Bedeutung der Volk und Welt-Literatur und ihrem Beitrag zur Rezeption Europas in der DDR. Mit der Herausgabe von Autoren wie Louis Aragon bis zu Arnold Zweig gestaltete der Verlag ein vielfältiges Buchprogramm, das kulturell und sprachlich auf der Höhe der Zeit war. Zu den Besonderheiten des Verlages gehörten auch jene Bücher, die versuchten unmittelbar ein Bild des jeweiligen Landes zu zeichnen. Dazu zählen die Erkundungen, der Volk-und-Welt Report oder die Bild-Text-Bände. Sie zeigen ein weltoffenes Selbstverständnis, aber gleichzeitig auch die Einschränkungen, denen der Verlag unterworfen war. Denn nicht alle Themen sollten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Buchgestalter und Illustratoren wie Werner Klemke, Lothar Reher oder Ulrich Lindner brachten dem Verlag die begehrten Auszeichnungen »Schönste Bücher« sowie »Schönste Schutzumschläge« ein. Ausgehend von den Büchern des Verlages Volk und Welt zeigt die Ausstellung Zusammenhänge des „Leselandes DDR“ und europäischer Vorstellungswelten. »Europa im Kopf« porträtiert europäische Länder aus Ost und West, vor allem mittels Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Zu sehen sind ebenso ausgewählte Photos aus dem Verlagsleben, Autorenbriefwechsel, Originale der Buchgestaltung und Werbematerialien. Das Volk und Welt Bucharchiv, ein umfangreicher Bestand des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, wird mit dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die Unterstützung der Ausstellung danken wir:
Gefördert mit Mitteln der Bundesregierung, Beauftragte für Kultur und Medien, und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg |
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1953 ein Jahr in Politik und AlltagJuni bis Oktober 2003 |
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| Rund um die Debatten um den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 zeigte das Dokumentationszentrum eine Ausstellung, die sich der Kontexte dieses bedeutenden Ereignisses widmet - den im Jahresverlauf erkennbar werdenden langfristigen politischen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Jahres 1953.
1953 erscheint in der historischen Sicht ein Gelenkjahr für die Entwicklung in der DDR. Mit dem 17. Juni endeten alle Hoffnungen auf eine gerechtere und humane Gesellschaft in der DDR und zugleich wurde deutlich, dass das Projekt einer sozialistischen Gesellschaft mit den bis dahin geübten Praxen nicht durchsetzbar war. In den Blick genommen wurde in der Ausstellung der Verlauf eines ganzen Jahres, um Ereignisse gleichermaßen wie langfristige Entwicklungen aufzuspüren und in Beziehung zu setzen, die longue durée der geschichtlichen, gesellschaftlichen und sozialen Entwicklung, die im Spannungsverhältnis zur Dramatik des historischen Ereignisses des Volksaufstandes im Gegensatz steht. Die Ausstellung gab mittels Fotografien, Presseberichten und Objekten Einblick in die Politik, die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Jahres, berichtet über Kultur und Architektur, über Konsumgüter und Personenkult. Die Ausstellung wurde gefördert durch die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg. Eine begleitende Publikation zur Ausstellung ist weiterhin im Dokumentationszentrum erhältlich. Sie wurde finanziell ermöglicht durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. |
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"Im Blick der Massen" Plakate in der DDRAugust und September 2003: Stadt- und Landesbibliothek Potsdam |
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| Plakate waren ab dem Ende des 19. Jahrhunderts eine Form öffentlicher Anzeige und dienten zumeist der Werbung für Produkte und Veranstaltungen. Obwohl sie schon früh auch Künstler als Ausdrucksform interessierten, blieben sie doch ganz wesentlich an kommerziellen Zielen orientiert. Plakate aus der DDR zu präsentieren, erscheint deshalb zunächst irritierend, sollten doch gerade hier das Konkurrenzsystem und die Kommerzialisierung der Gesellschaft überwunden werden. Plakate sollten jetzt vor allem aufklärend wirken - und in der Tat ging das traditionelle Werbeplakat in seiner Bedeutung schnell zurück. Dafür rückten andere Formen in den Vordergrund: das politische Plakat zu propagandistischen Zwecken, das Wirtschaftsplakat im Sinne der Produktionspropaganda, Veranstaltungsplakate gewannen durch ihre künstlerische Qualität, vor allem ab den späten fünfziger Jahren, eine zunehmende Bedeutung. Das Plakat fand öffentliche Aufmerksamkeit durch die seit 1965 jährlich stattfindenden Wettbewerbe „Beste Plakate“. Museen legten Plakatsammlungen auch zur DDR-Entwicklung an. Der Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel verlegte Bildmappen mit Plakaten und Mitte der siebziger Jahre begann für Jugendliche als Zielgruppe die Produktion von Postern, vor allem in Form der Reproduktion von Kunstwerken, Landschafts- und Städtemotiven, historischen Fahrzeugen, Musikgruppen, aber auch politischen Motiven.
Das Plakat als Medium der öffentlichen Kommunikation in der DDR bleibt schwer zu beurteilen. Entstanden einerseits hervorragende Plakate als künstlerische Leistung, so fehlte die für das Plakat notwendige Konkurrenz der Aussagen und Aufforderungen. Stand das Plakat tatsächlich „Im Blick der Massen“? Die Ausstellung gab mit rund 70 Plakaten einen Überblick über die Entwicklung in den einzelnen Jahrzehnten des Plakatschaffens in der DDR, ergänzt durch das politische Plakat und das Konsumplakat. Ein eigener Raum ist den Verwendungszwecken gewidmet, der auf das Plakat als Kommunikationsmedium hinweist und sie in ihrem Umfeld zeigt. Die Ausstellung wurde aus eigenen Beständen und Leihgaben aus den Archiven des Landkreises Oder-Spree und des Konsumverbandes und Privatleihgaben erarbeitet und von Oktober 2002 bis Oktober 2003 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, in der Kulturgießerei Schöneiche, im Landtag Brandenburg und in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam gezeigt. Die Sparkasse Oder-Spree hat die Ausstellung durch ihre finanzielle Unterstützung ermöglicht. Eine Dokumentation über die Ausstellung ist weiterhin zum Preis von 3,50 Euro im Dokumentationszentrum erhältlich. |
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Das Kollektiv bin ich. Utopie und Alltag in der DDR |
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| Im Blick auf das Jahr 2000 wurde, nimmt man den öffentlichen Diskurs zum Maßstab, eher von einer utopielosen Zeit gesprochen, apokalyptische Vorstellungen vom Zusammenbruch der Computersysteme schienen gegenüber Vorstellungen von einer Entwicklung nach dem Millennium im Vordergrund zu stehen. Zur Jahrhundertwende 1900 dagegen konkurrierten Fortschrittserwartungen mit dem Lebensgefühl des fin de siècle und es bestand ein deutliches Bewusstsein einer Zeitenwende. Utopie und Zukunftserwartung erweisen sich damit als zeitbezogen und wandelbar.
Das Dokumentationszentrum Alltagskultur stellte in seiner Ausstellung den „Traum nach vorwärst“ - eine Umschreibung des Begriffs Utopie von Ernst Bloch - Utopien und Zukunftsvorstellungen in der DDR in historische, gesellschaftliche und soziale Kontexte. Utopie als eine Form der Kritik an bestehenden Verhältnissen, deren Veränderung zwar undurchführbar erscheint, aber als Gedanke wirkungsmächtig ist, Zukunftsvorstellungen dagegen als konkret benennbare und auch potentiell erreichbare Ziele, die mit Erwartungen an die Machbarkeit besserer Zustände verknüpft ist, waren zwei Seiten des Themas. Die Ausstellung zeigte fünf Biographien aus der DDR, die in unterschiedlicher Weise utopische Komponenten aufwiesen: den Sänger Gerhard Gundermann, die Eisbärdompteuse Ursula Böttcher, den Hobbyfilmer Ernst Süß, die Schriftstellerin Brigitte Reimann und den Funktionär Frank Donszinsky. Die Ausstellung wurde vom Dezember 2000 bis September 2001 im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und im Willy-Brandt-Haus Berlin gezeigt. Das Begleitbuch Das Kollektiv bin ich. Utopie und Alltag in der DDR, Köln-Weimar-Wien: Böhlau-Verlag 2000, 168 S., zahlr. Abb., ISBN 3-312-13900-9, ist weiterhin zum Preis von 15,24 Euro im Buchhandel und im Dokumentationszentrum zu erhalten. |
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Fortschritt, Norm und Eigensinn. Erkundungen im Alltag der DDR |
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| Was kann der Alltag über die Geschichte eines Landes aussagen? Ist er nur buntes Beiwerk oder der lebensweltliche Aspekt „großer Geschichte“? Die Perspektive der Alltagskultur könnte ein Bindeglied zwischen politischer Geschichte, gesellschaftlichen Funktionsmechanismen und individueller Erfahrung bilden. Danach fragte die Ausstellung Fortschritt, Norm und Eigensinn, deren Titel drei Pole gesellschaftlicher Entwicklung in der DDR andeutete.
Fortschritt steht für die Triebkräfte in der DDR-Gesellschaft nach Verbesserung der Lebensverhältnisse und sozialer Gerechtigkeit, Norm ist Begriff für Einengung, bürokratische Verkrustung, den Versuch der Lenkung und Steuerung aller Lebensbereiche. Eigensinn dagegen bezeichnet die individuellen und kollektiven Vorstellungen und Handlungsstrategien, die lebenspraktische Aneignung des Landes. Die Ausstellung stellte den Kalten Krieg und die Systemkonkurrenz vor, die Ost und West - systemübergreifende Literatur, die Macht und ihre Symbole, Bildung und Erziehung, Kinderzeitschrift „Bummi“, generationsprägende Erfahrungen mittels Fotografien, die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973, Vertragsarbeiter in der DDR und Teilnehmer am Bau der Erdgastrasse vor. Brigade, Hausgemeinschaft und Gartensparte, Wohnkultur und die feinen Unterschiede in den Lebensstilen, Sozialpolitik, Formen der Entlohnung und der Motivation durch Lohn, Auszeichnungen und Prämien, Handel, Versorgung und Beschaffungswege waren Thema der Ausstellung, ebenso wie die industrielle Überformung des Oderraums durch Großindustrie. Die Ausstellung war von Dezember 1999 bis Oktober 2000 im Dokumentationszentrum zu sehen. Der im Ch.Links Verlag erschienen Katalog ist inzwischen vergriffen. |
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