Schlaglichter. Sammlungsgeschichten(n)

Das Kunstarchiv Beeskow im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt

28.1. - 17.4.2017 (verlängert bis 7.5.2017)

Die Sammlung des Kunstarchivs Beeskow kam 1994 zustande, als die im Auftrag von Parteien und Massenorganisationen entstandenen Kunstwerke durch die Treuhandanstalt eingesammelt und von den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in die Burg Beeskow gegeben wurden. Aus dem Bestand von ca. 15.300 Objekten wurden 70 Werke ausgewählt, die den Wandel der Auftragsbehandlung verdeutlichen. Waren die Menschenbilder der 1960er Jahre bei Edgar Klier, Paul Michaelis oder Walter Womacka noch vom erzieherischen Impetus des neuen sozialistischen Menschentypus charakterisiert, zeigt sich in der Malerei der 1980er Jahre vor allem ein kritisches Verhältnis zur Gesellschaft. Vor dem Hintergrund veränderter Welterfahrung dominieren in den Werken von Hubertus Giebe, Lutz Friedel oder Michael Hegewald Selbstbehauptung und Identitätsbestimmungen als Ausdruck eines realistischen Gesellschaftsverständnisses. Gänzlich eigene Wege sind im Bereich Druckgrafik und Zeichnungen erkennbar, wo neben den Altmeistern Tübke, Mattheuer oder Querner und dem Beherrschen klarer Raum- und Körpervorstellungen die Vielschichtigkeit der zeichnerischen Struktur eines Hanns Schimansky oder Carlfriedrich Claus mit expressiven, spontanen Zeichen innerer Erregung vertreten sind. Existenzielle Situationen verkörpern auch die Porträtplastiken der Bildhauer Fritz Cremer, Gustav Seitz und René Graetz, die unter Vermeidung übertriebenen gestischen Ausdrucks auf Verinnerlichung der Darstellung und behutsame Belebung der Oberflächen setzten.

Die Präsentation im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ist Bestandteil des vom dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, dem Kunstarchiv Beeskow und dem Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) ausgerichteten Ausstellungsprojekts „Schlaglichter“ mit parallel durchgeführten Ausstellungen in Cottbus, Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder).

Bei Vorlage einer Eintrittskarte zum regulären Preis gewähren die beiden anderen Museen während der Ausstellungslaufzeit den ermäßigten Preis. 

Zur den drei Ausstellungen, die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße und der Sparkasse Oder-Spree gefördert werden, erscheint ein Katalog mit umfangreichem Bildmaterial.

Informationen außerdem unter: www.schlaglichter.net