Donnerstag, 20. April 2017, 18.00 Uhr

Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)

Das Menschenbild in der Kunst der DDR bis 1960

Lichtbildvortrag von Herbert Schirmer sowie Vorstellung des Ausstellungskatalogs durch Jorg Sperling

Eintritt frei

Das Kunstarchiv Beeskow vereint seit 1994 Kunstwerke aus dem Besitz von Parteien, staatlichen Einrichtungen und Massenorganisationen der DDR, darunter Auftragswerke des FDGB, des Magistrats von Berlin, des Kulturfonds der DDR, sowie der SED, der FDJ und der DSF. Aus dem Bestand von über 16.000 Objekten wurden für die Ausstellung „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ siebzig Werke ausgewählt, die den Wandel der Auftragsbehandlung verdeutlichen. Herbert Schirmer, der Kurator der im Dokumentations­zentrum gezeigten Schau  – deren Laufzeit bis zum 7. Mai 2017 verlängert ist – wird in seinem Vortrag über die von der sowjetischen Administration geprägte kulturpolitische Ausgangssituation nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone sprechen und anhand von ausgewählten Künstlerbiografien die ersten zehn Jahren ab Gründung der DDR 1949 in den Blick nehmen. Die Politik der SED, die bis weit in die 1960er Jahre in der bildenden Kunst vor allem ein Instrument der weltanschaulichen Erziehung sah, wollte mit Unterstützung der Künstler die Herausbildung sozialistischer Gesellschaftsverhältnisse befördern. Jene Jahre waren grundlegend für die wechselvolle und widersprüchliche Geschichte der Kunst in der DDR bis 1990. Der durch Lichtbilder illustrierte Vortrag verdeutlicht den unterschiedlichen Umgang der Künstler mit staatlicher Bevormundung und Einflussnahme.

Der Katalog zur Ausstellung „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ wird in Kürze zum Preis von 19 EUR im Museumsshop erhältlich sein: mit ca. 220 farbigen Abbildungen, Texten von Susanne Altmann, Ulrike Kremeier, Barbara Martin, Carmen Schliebe, Herbert Schirmer, Jörg Sperling, Armin Hauer.

Der anlässlich des dreiteiligen Ausstellungsprojekts vorgelegte Katalog gibt erstmals einen gemeinsamen tiefen Einblick in die Kunstsammlungen der beiden Kunstmuseen in Cottbus und Frankfurt (Oder) und offenbart Bedingungen ihres Entstehens wie ihre Sammlungs­tätigkeit vom Beginn bis heute. Daneben werden die Geschichte des Kunstarchivs Beeskow und Beispiele aus dem Bestand dieser Einrichtung vorgestellt.

HERBERT SCHIRMER ist Kurator des in Eisenhüttenstadt zu sehenden Teils der Ausstellung „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“, die gemeinsam vom Kunstmuseum Dieselkraft­werk Cottbus, dem Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) sowie dem Kunstarchiv Beeskow ausgerichtet wird.

JÖRG SPERLING ist Kustos Bildende Kunst am dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus.